Wissen – Genießen – Leben

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Ja, heute nehme ich mich eines Themas an, dem wir tagtäglich begegnen… Menschen – die sich verändert haben, oder es werden, oder dabei sind…aber oftmals werden diese Veränderungen nicht wahrgenommen. Oder wieder andere wollen es nicht sehen, warum auch immer. Fest steht, dass unsere Gesellschaft, oder besser ich relativiere es, viele so gestrickt sind, dass wenn sie einen Menschen meinen zu kennen, ihm dennoch, trotz dessen, dass dieser Mensch sich verändert hat, andere diese Veränderungen nicht sehen wollen, vielleicht auch nicht akzeptieren wollen. Die Gründe dafür sind sehr vielschichtig.  Ein Grund ist und dies ist der schwerwiegenste Punkt, dass viele Menschen, an ihren, ja ich nenne es mal Gewohnheiten festhalten und aber auch nicht bereit sind diese zu ändern. Manchmal sind es schlechte Erfahrungen, ein anderes mal sind es nur visuelle Beobachtungen, d.h. wenn wir anderen Menschen begegnen, diese uns beispielsweise in geduckter Haltung mit einem trüben Gesicht sehen, nimmt das Auge des Gegenübers  dies sofort wahr und er bildet sich eine Meinung. Man sieht vielleicht ein verschlossenes Gesicht, welches aber vielleicht in dem Moment nur ein unglückliches Gesicht ist, weil dieser Mensch vielleicht gerade eine schlechte Nachricht bekommen hat, was auch immer. Fest steht, dass unser Auge Dinge viel schneller erfasst, als wir es dann im Kopf umsetzen können, soll heißen, dass wir durch den visuellen Eindruck uns blitzschnell in unserem Kopf  auf etwas festlegen, vielleicht sogar Parallelen ziehen zu einem Ereignis, welches uns selbst einmal betroffen hat und daraus erfolgt dann unser Urteil und daraus folgen unsere  Handlungen. In diesem Fall blicken wir dann vielleicht geringschätzig auf den betrübten Menschen, ohne zu Wissen, was wirklich die Ursache ist. Das Resultat ist, dass dann Situationen entstehen, die wir im allgemeinem Vorurteile nennen. Nun was hat das mit dem Verändern eines Menschen zu tun?
Ich gebe euch ein Beispiel:
Ich selbst war früher ein, ich sage mal unleidlicher Mensch. Dies resultierte aus einer Erkrankung, falschen Medikamenten,  schlicht gesagt, ich war durch das Gesamtpaket völlig überfordert und krank. Und dies hat meine Umwelt auch so wahr genommen. Es wurde immer gesagt und dieses Wort mag ich bis heute noch nicht: du bist aggressiv! Wurde mir dies dann auch gesagt, wurde ich auch aggressiv, weil es zu oft kam und ich es auch einfach nicht mehr hören konnte. Geht doch jedem von uns so, dass wenn man immer und immer wieder die selben negativen Dinge zu hören bekommt, dann wird man auch letztendlich so, wie einem genau diese Eigenschaft zugeordnet wird. Für mich war es die Hölle! Dann kamen ständig die Sätze…du legst dich mit jedem an….du kommst mit keinem zurecht….ach ich könnte diese Liste unendlich fort führen. Fakt ist, ich habe selbst ganz extrem darunter gelitten und bekam ganz schwere Depressionen,  eine ganz schlimme Neurodermitis trat zusätzlich auf, was meine Situation nicht verbesserte. Ich wurde dadurch richtig krank! Aber anstatt mir zu helfen, hat auch meine Umgebung falsch reagiert. Denn wenn sie mich unterstützt und geholfen hätten, wäre es vermutlich schneller besser geworden. Auf der anderen Seite war ich aber auch in so einem desolaten Zustand, dass ich es auch gar nicht mehr wahrgenommen habe. Wenn mir jemand etwas gutes tun wollte, sah ich dies immer als persönlichen Angriff, ganz fatal. Dies war besonders bei meiner Mutter, die es im Grunde nur gut meinte, mir helfen wollte, ich dies aber zu diesem Zeitpunkt nur als Angriff für mich wahr nahm. Ein Teufelskreislauf! Doch dann kam 2010 ein Tag, ein Punkt, wo ich völlig am Boden war, eine Bekannte meinte, dass ich nur das zu tun hätte, was sie mir sagte! Dies war der Schlüsselmoment! In mir rebellierte es und das war gut so. Ich sagte mir, entweder du änderst dich und somit dein komplettes Leben, oder du gehst vor die Hunde! Diesen Moment werde ich niemals in meinem Leben vergessen! Aber es dauerte ganze 4 Jahre, bis ich dahin kam, wo ich heute bin. Und dieser Weg ist noch immer nicht zu Ende, denn jeden Tag entdecke ich neue Kleinigkeiten, die ich an mir ändern möchte/will. Aber es braucht seine Zeit, man kann nicht alles auf einmal machen. Und heute, habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Mutter, ja es ist sogar besser als früher. Wir hören einander gegenseitig zu, was früher nicht möglich war. Aber auch sie hat ihre Zeit gebraucht, um zu merken, dass ich mich verändert habe. Was anfangs dazu führte, dass ich wieder ein Stück weit zurück fiel und das ist auch völlig normal, denn selbst wenn sich etwas so sehr zum positiven verändert, muss man dennoch selbst erst einmal lernen damit umzugehen, klingt komisch ist aber so. Denn dadurch dass ich mich so sehr verändert habe, kamen die Menschen auch plötzlich ganz anders auf mich zu, was für mich völlig fremd war. Ich war es nicht gewohnt, dass mich mein Umfeld freundlich ansprach, mir Komplimente gemacht wurden, auch dies war ein Lernprozess.  Aber in dieser Phase, es betrifft dieses Jahr 2014 habe ich den größten Sprung gemacht,  ja die gröste Veränderung durchlebt. Ich sage immer so schön: ich war auf der Überholspur! Damit will ich sagen, dass es sich alles in so einem schnellen Tempo entwickelte, dass selbst ich kaum hinterher kam 🙂
Nun in dieser Zeit hat mir mein bester Kumpel geholfen, zur Seite gestanden und dafür bin ich ihm sehr dankbar,  denn oftmals hilft es schon, wenn nur ein Mensch an dich glaubt, er tat er und tut es noch.
Na jedenfalls, wer es nicht sehen will, dass ich mich so sehr verändert habe, ist ein Großteil meiner Familie. Ich habe einige Versuche gestartet,  aber wenn man selbst weiß,  dass man sich verändert hat, es der Gegenüber aber nicht zulässt und dir immer noch begegnet wie früher: …ach, du komst doch mit keinem Menschen zurecht, du eckst doch überall an….führte dies dazu, dass ich mich komplett zurück zog und es erst einmal ruhen lies. Und das war gut so, denn ich hatte eines vergessen, dass auch meine Gegenüber sich erst einmal auf die neue Situation umstellen mussten und auch dies brauchte Zeit und heute ist es gut.
Aber in unserem Alltag ist es leider wieder anders, denn draußen, da herrscht Hektik, Stress und das lässt den Menschen nicht die nötige Zeit,  um den Gegenüber einmal in Ruhe zu betrachten und genau das ist der springende Punkt, der unser Leben so ausmacht, wie es ist: es fehlt uns die Muße!
Manchmal wäre es nur eine Sache von 2 Minuten, um zu sehen, dass der Bettler, der auf der Straße sitzt, zu sehen, er hat einfach nur Hunger. Natürlich gibt es auch inzwischen diese Abzockerbanden, aber genau das ist es ja, dass wir zu kurz hinsehen und sofort urteilen. Wenn doch aber nur 2 Minuten und eine sehr gute Beobachtung uns darüber entscheiden lassen, diesen einen Menschen nicht mit den schlechten über einen Kamm zu scheren. Wer sagt uns denn nicht, dass genau dieser Bettler vielleicht einmal ein Mensch in einer ganz hohen Position war, der nur alles verloren hat, vielleicht durch Kündigung. Und glaubt mir, dass geht heutzutage schneller, als man denkt. Aber wie würden wir denken, um bei diesem Beispiel zu bleiben, wenn nur einer sich die Mühe machen würde, diesen Bettler neue Kleidung zu geben, also alles was so zu einem neuen Look gehören würde und ihn dann nochmals an die selbe Stelle setzen würden. Ihr glaubt gar nicht was dann los wäre!  Eines steht fest, dass wir manchmal nur etwas mehr Zeit bräuchten, manchmal vielleicht nur 2 Minuten,  um eine Situation besser einschätzen zu können, oder um zu erkennen, dass ein Mensch sich verändert hat.
Ich erlebe es tagtäglich aufs neue, dass ich Menschen begegne, die ich schon lange Jahre kenne und erst jetzt, dadurch, dass ich offen für alles bin, diese Veränderungen bemerke. Also, wenn wir uns verändern,verändert sich unser ganzes Leben:

– unser Verhalten den Mitmenschen gegenüber
– unsere Toleranz
– unsere Akzeptanz
– unser Gegenüber
– unsere gesamte Umwelt….etc…pp

Bist du ein positiver Mensch, wird es auch deine Umwelt, deine Mitmenschen (Außnahmen gibt es natürlich immer! ) doch diese ganz einfach ignorieren 🙂
Ich arbeite jeden Tag an mir weiter und bin auch der Meinung, dass es auch andere Menschen so umsetzen können, wenn sie es nur wollen.
Das schönste Geschenk durch diese Veränderung ist, dass ich einen so inneren Frieden in mir habe, dass ich es nicht mehr hergeben möchte und dass ich mich heute frage, wie ich ohne dies früher Leben konnte? 🙂
Ich bin dankbar, dafür,  dass wir Menschen die Möglichkeit haben, uns so zu verändern, dass es das Leben einfach nur schön ist.

Ja, ich weiß, dass es ein langer Text ist und das ich hier viel von mir geschrieben habe, aber…ich kann ja auch nur mit dem arbeiten, was ich kenne und weiß, soll heißen, ich kann dann auch nur von meinen Erfahrungen ausgehen. Denn wenn ich es über andere Menschen schreiben würde, die ich ja gar nicht kenne, wäre es eine Anmaßung und das möchte ich nicht.

Fest steht jedenfalls, Menschen können sich verändern. Heute lief die Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens, wo sich Ebeneezer Scrooge durch die Begnung mit den Weihnachtsgeistern so verändert, ich liebe diese Geschichte und schaue sie mir auch jedes Jahr um diese Zeit immer wieder an und ich glaube, dass Dickens diese Gesichte vieleicht sogar nach einer wahren Begebenheit nieder geschrieben hat,halt nur etwas …naja ich sage es mal…künstlerische Freiheit dabei hat walten lassen und das ist auch gut so.

Wir alle tragen dieses Gute in uns und ich bin ganz fest davon überzeugt, dass es mehr gute Menschen auf dieser Welt gibt, als wir vermuten, sie sind unter uns…wir müssen sie nur erkennen….

Mit einem Zitat möchte ich mich wie immer verabschieden, diesmal mit einem arabsichen Sprichwort, welches ich sehr passend finde:

Willst du dein Land verändern,
Verändere deine Stadt.
Willst du deine Stadt verändern,
Verändere deine Straße.
Willst du deine Straße verändern,
Verändere dein Haus.
Willst du dein Haus verändern,
Verändere dich selbst.

Hiemit wünsche ich euch allen noch einen schönen restlichen, besinnlichen dritten Advent.

Eure Marifee

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