Wissen – Genießen – Leben

Einsamkeit – Zweisamkeit

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Diesmal habe ich mir über das Thema Einsamkeit und auch Zweisamkeit Gedanken gemacht. Besonders in der jetzigen Zeit, Vorweihnachtszeit, wo überall über Familie, Zusammenhalt usw. berichtet wird, gibt es ganz viele Menschen, die sehr einsam sind. Die Zahl derer, die Einsam sind, steigt stetig an.
Es liegt daran, dass es immer mehr Singlehaushalte gibt. Die Älteren, man verzeihe mir diesen Ausdruck, aber gerade diese Personengruppe betrifft es besonders hart. Da wir immer mehr alte Menschen haben, die gerne noch in ihren eigenen Wohnungen bleiben, um sich noch ein klitzekleines Stückchen Freiheit bewahren wollen, was ja auch verständlich ist. Wenn wir alle mal in das hohe Alter kommen, werden wir merken, dass dieser Punkt in unserem Leben auch ganz wichtig ist.
In meiner beruflichen Laufbahn als Zahnarzthelferin sind wir oft in Altenheime gegangen, um den bettlägerigen Patienten zu helfen. Ein sehr erschreckendes und einprägendes Erlebnis für mich gewesen.  Denn wie diese alten Menschen teilweise vor sich dahin vegetieren ist schon sehr erschreckend. Geht doch einmal in  die Alten- und Pflegeheime…das ist teilweise echt gruselig. Nun ja, in diesem Moment wurde mir jedenfalls klar, dass dies für mich niemals in Frage käme, denn es sind teiweise Menschenunwürdige Zustände. Einmal ist mir ein Mann über die Straße gelaufen, also hielt ich an, da er geisitg verwirrt schien. Nach einiger Recherche fand ich heraus,  dass er aus einem Pflegeheim in Bad Breisig weggelaufen war. Also fuhr ich dorthin, um das dortige Pflegepersonal zur Rede zu stellen. Was ich dann sah, machte mich echt wütend. Alleine beim Gang nach oben, blickte ich links und rechts, da einige Türen offen standen und war völlig entsetzt! Eine Frau stand vor einer Kommode und schlug rythmisch dagegen. In einem anderen Zimmer suchte eine Frau etwas,  in wieder einem anderen Zimmer, lag ein Mann und stöhnte die ganze Zeit furchtbar laut….ich könnte diese Liste endlos fortsetzen. Aber nirgendwo war eine Pflergerin zu sehen. Seltsam oder? Gut Pause braucht auch jeder mal, werden einige jetzt sagen, aber doch bitte nicht alle auf einmal. Na jeden falls, wurde ich von einer Dame zum Aufenthaltsraum gebracht und was sah ich, 5 Frauen saßen dort in aller Seelenruhe, tranken Kaffee und unterhielten sich fröhlich lachend. Mein Entsetzen war unvorstellbar und Wut stieg in meinem Bauch hoch. Die Frau, die mich hoch gebracht hatte, sprach die Frauen kurz an und diese wandte sich dann mir zu. Auf die Frage um was es ging, erklärte ich ihr, dass mir ein Mann, der aus diesem Heim weggelaufen war, mir fast vor das Auto gelaufen wäre und jeden um Geld anbettelt. Die Antwort: „Ja, sollen wir den hier festbinden?!“ Fassungslosigkeit bei mir! Dann  sagte sie mir, dass es bei diesem Mann so üblich sei, er wäre ja spätestens Abends, wenn nicht am nächsten Morgen wieder da. Meine Wut stieg weiter, über soviel Ignoranz. Dann  holte ich einmal tief Luft und sagte den Frauen: “ Hauptsache sie sitzen hier ihre Zeit ab, kümmern sich nicht um die alten Menschen und haben Spaß beim Kaffee trinken!“  Dann  drehte ich mich um und ging. Ich hörte noch lautes gerde hinter mir, aber es interessierte mich nciht mehr. Denn ich merkte, dass ich gegen diese ignoranten Weiber nicht ankam. Als ich wieder unten war, traf ich auf eine kleine Gruppe alter Menschen, die mir mitteilten, dass sie lieber heute als morgen von dort weg gehen würden, weil die Zustände eine Katastrophe seien. Mal ganz ehrlich, dass ist doch ein Unding! Als ich draußen war und in mein Auto steigen wollte, merkte ich, dass mich jemand beobachtete, ich sah nach oben und erblickte eine der Pflegerinnen, die ziemlich böse auf mich herab sah.  Ich lächelte sie nur an und stieg in mein Auto.
So und nun soll mir jemand mal bitte erklären,  warum es besser ist, dass genau diese Menschen, solange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben wollen. Hinzu kommt, dass obwohl diese Menschen in den Heimen obwohl sie unter vielen sind, dennoch einsam sind, weil sich halt keiner richtig um sie kümmert. Es fehlt an Personal, an Zeit, dass ist mir klar. Aber das liegt ja leider Gottes daran, dass unsere Politiker da einfach nicht genug Spielraum geben, i  Gegenteil, die Zustände werden immer schlimmer. Dennoch sind die Menschen,  die noch zu Hause leben, besser dran, da sie wenigstens noch eines haben: Menschenwürde. Denn diese wird den Menschen in den Heimen genommen. Es liegt zwar auch daran, dass diese Mitarbeiter auch unterbesetzt sind, klar wissen wir alle, was aber nicht heißt,  dass Menschen vernachlässigt werden sollen.
Auf jeden Fall besteht hier dringender Handlungsbedarf. In wieder anderen Heimen, ist es so teuer, dass manche Menschen es sich nicht leisten können.
Also mal ehrlich, es gäbe auch andere Möglichkeiten,  nur kommen unsere Politiker da leider nicht drauf. Wer etwas Wissen möchte, kann sich gerne bei mir melden.
Fakt ist jedenfalls, dass es zu viele Menschen gibt, die einsam sind, die leiden darunter. Natürlich gibt es auch noch die Gruppe, Alleinerziehende,  die auch auf die eine oder andere Art einsam sind. Sie haben zwar ihre Kinder, aber dennoch fehlt ein Partner mit dem man sich mal über die Sorgen und Nöte unterhalten könnte. Ich weiß wovon ich rede. Auch ich war alleinerziehende.
Im Grunde ist es doch so, eigentlich müsste es so nicht sein, aber leider ist es wie es ist, da unsere Regierung nicht genügend Zeit für diese Menschen und diese Probleme hat. Jaja, mangelnde Lobby. Gleiches gilt auch übrigens für die Alleinerziehenden,  dies sagte mir mal ein ehemaliger FDP Politiker.
Warum können wir nicht etwas dagegen tun? Wie? In dem wir uns erheben und auf dieses schlimme Problem aufmerksam zu machen. Mir ist klar, dass wir nicht alle Bereiche auf einmal ändern können, aber wir können einen Anfang machen, damit die Menschen,  die einsam sind, auch endlich einmal Zweisamkeit erleben dürfen.

Ich werde an Weihnachten in ein Pflegeheim gehen und alten Menschen Gesellschaft leisten. Ein Buch werde ich auch mal mitnehmen, falls jemand etwas vorgelesen haben möchte. Es gibt viele Möglichkeiten von Hilfe, aber wir müssen es auch wollen. Wenn nur jeder 2. oder 3. Mitmachen würde, dann hätten wir dieses Jahr Weihnachten einige glückliche Menschen mehr.  Ich sage ja nicht, dass es solche Menschen gar nicht gibt, es gibt sie, diese Engel, wie ich sie nenne, aber nicht genug.

Es müssten ganz einfach mal unsere Politiker ein ganz großes Teil ihrer Diäten reduzieren, dann gäbe es schon viel weniger Probleme. Ist euch eigentlich klar wie viele Politiker, Ex Politiker, die noch eine hohe Rente bekommen, bzw. Pension,  nennt es sich hier ja…oder wie viele Ex Bundespräsidenten wir haben, die alle noch so viel Geld bekommen, was sie gar nicht brauchen. Oder kann mir mal jemand erklären,  wofür Ex Bundespräsidenten noch einen Chauffeur, noch eine Privatsekretärin brauchen? Alleine diese Gelder und Mittel um die Hälfte reduzieren,  würde eine Menge bringen. Und selbst dann hätten sie alle noch genug. Aber natürlich würden Politiker keine Gesetze zu ihren eigenen Ungunsten machen, logisch. Aber gibt es denn gar keine andere Möglichkeiten?

So, nun kann ich nur hoffen, dass es genügend gibt, die vielleicht meinem Beispiel an Weihnachten folgen, sofern es natürlich möglich ist. Ich bedanke mich schon im Voraus.

Ein bißchen Freundlichkeit für diese armen Menschen ist Balsam für ihre Seele und glaubt mir, ihr werdet ganz viel zurück bekommen, mehr als ihr euch erträumen lasst.

Mein Abschluss Zitat:

Alternde Menschen sind wie Museen:  Nicht auf die Fassade kommt es an, sondern auf die Schätze im inneren ( Jeanne Moreau )

Eure Marifee

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