Wissen – Genießen – Leben

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Momentan ist eine seltsame Zeit, der wir jedes Jahr um diese Zeit immer wieder begegnen – viele Menschen sterben gerade in dieser dunklen Jahreszeit, oder nehmen wir es nur mehr wahr, weil wir ein anderes Bewusstsein in dieser Zeit haben?
Ihr seht, heute nehme ich mich eines sehr schwermütigen Themas an. Der Grund, ich wurde heute damit konfrontiert. Es wird auf mich zukommen, dass weiß ich, doch wenn man dann den Zeitpunkt nicht weiß, weil ein geliebter Mensch so schwer krank ist, dann ist das doch wieder eine andere Hausnummer.
Es ist etwas seltsames passiert. Einerseits bin ich ganz ruhig, weil ich weiß, dass das Sterben zum Leben dazu gehört,  auf der anderen Seite trifft es uns dann doch immer wieder unvorbereitet.
Dieses Jahr habe ich im Februar einen lieben Freund ganz plötzlich verloren und einige Monate später ist ein ehemaliger Klassenkamerad in den Suizid gegangen. Und jetzt schon wieder eine schlimme Nachricht. Naja, irgendwie müssen wir lernen mit solchen Schicksalsschlägen umzugehen, auf der anderen Seite nimmt es trotzdem jeden, der Betroffen ist und das sind wir alle, ohne Ausnahme,  jedes Mal sehr mit. Ich denke, auf solche schlimmen Momente kann man sich ganz einfach nicht vorbereiten. Unsere Emotionen sind dann da und überrennen uns, ob wir es wollen oder nicht. Und noch etwas ganz wichtiges, jeder Mensch geht damit anders um, die einen brechen weinend zusammen, während andere sich durch herumbrüllen Luft verschaffen, wieder andere werden ganz apathisch. Die Bandbreite ist da sehr groß. Das liegt ganz einfach daran, dass Menschen verschieden sind, jeder hat seine Emotionsschwelle auf einer anderen Ebene hat.
Schon oft habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was kommt danach….?

Ein Leben nach dem Tod? Gibt es das wirklich? Ich erinnere mich daran, dass mein Opa sich  damals nachdem meine Oma gestorben war, viele Bücher zu diesem Thema gekauft hat und sich damit beschäftigt hat. Dies war seine Art mit dem Tod umzugehen. Es hat ihm geholfen. Ich habe mit ihm auch viele Gespräche darüber geführt und bin froh darum. Denn letztendlich geht es gar nicht darum, ob es wirklich ein Leben nach dem Tod gibt, doer den Himmel, oder die Hölle, sondern es geht ganz alleine nur darum, dass dieser Glaube, den wir in uns tragen, uns wieder Hoffnung gibt und wir uns somit das Leben dadurch erleichtern. Denn wenn wir zu starken psyschichen Problemen ausgesetzt sind, schaltet unser Gehirn irgendwann ab, oder wir rasten aus, da gibt es ganz viele verschiedene Möglichkeiten. 
Bei mir ist es so, dass ich zwar sehr ruhig bin, auf der anderen Seite läuft seitdem bei mir ein Film im Kopf ab, mit ganz vielen schönen Momenten, die ich mit meinem Vater erlebt habe und es hört ganz einfach nicht auf. Ich denke, dass dies meine Art ist, so mit der Botschaft umzugehen, die ich heute morgen erhalten habe….Lungenkrebs! Wir wissen alle was das heißt. Und was auch seltsam ist, als heute morgen ganz früh schon das Telefon bei mir klingelte, wusste ich sofort, dass eine schlimme Botschaft auf mich zu kommen würde, deshalb bin ich auch nicht ans Telefon gegangen. Einige Stunden später, rief ich dann zurück und erfuhr die Diagnose. 
Es ist doch schon komisch, wie verschieden wir Menschen auf solche Situationen reagieren. Meine Schwester war völlig durch den Wind, wie man so schön sagt, während es bei mir etwas ganz anderes auslöste…klares Denken, als erstes. Danach begann dieser Film abzulaufen, der auch noch, während des schreibens im Gange ist.
Dennoch ist mir auch mal aufgefallen,  dass die meisten Menschen eben doch in der dunklen Jahreszeit sterben, ja man kann sogar sagen schneller sterben. Viele Menschen leider in dieser Zeit unter Depressionen,  weil ihnen dann wieder ganz stark bewusst wird, dass man alleine ist und diese Erkenntnis einen um diese Jahreszeit doch immer wieder auf’s neue trifft. Wir wissen ganz genau, dass diese Zeit auf uns zu kommt, jedes Jahr wieder, dennoch tun wir uns sehr schwer.  Viele Menschen jammern und klagen,  dass fängt schon beim Wetter an, andere sind unleidlich und lassen ihren Frust an anderen Menschen aus….die Liste ist  sehr lang.

Es ist die Kombination aus allem, was uns diese Zeit so schwer erleben lässt. Ich stell es mir so vor:
Es ist als ob man eine Suppe würzt, ein wenig Salz, etwas Pfeffer,  eine Prise Gewürze…etc

Die Mischung macht es also aus. Also ist es für uns in der dunklen Jahreszeit umso schlimmer, wenn ein gebliebter Mensch von uns geht, oder wir wissen, dass es bald so sein wird.
Auf der anderen Seite, weiß ich, dass mein Vater ein schönes und erfülltes Leben hat/hatte. Irgendwie wurde mir dann plötzlich bewusst,  dass ich bis dato auch ein sehr schönes Leben hatte, gut es gab viele negative Seiten, aber aus irgendeinem Grund verdränge ich bzw. mein Gehirn gerade diese Momente, nur die positiven Erinnerungen laufen ab. Wieso? Ich denke, dass es von unserem Körper, oder noch besser gesagt von unserem Gehirn eine Art Schutzmechanismus ist, damit wir nicht völlig die Kontrolle verlieren oder zusammen brechen.  Auf der anderen Seite wundert mich, dass es dennoch Menschen gibt,  bei denen dieser Mechanismus scheinbar nicht zu funktionieren scheint. Warum dies so ist, vermögen vermutlich nur Psychlogen oder Neurolgen sicherlich besser zu beurteilen. Aber ich denke in diesem Punkt haben wir noch einen sehr langen Weg vor uns, denn die Gehirnforschung ist sehr schwierig.

Aber warum sind wir Menschen in solchen Ausnahme Situationen im Verhalten ganz anders?
Dies erkläre ich gerne an einem Beispiel:
In vielen Familien herrscht oft großer Streit, doch wenn es einem Familienmitglied so schlecht geht, oder jemand stirbt, dann sind ganz plötzlich diese Streitigkeiten vergessen und der „Familienzusammenhalt“ ist ganz plötzlich wieder hergestellt.  Warum müssen erst immer schlimme Dinge passieren, um den Menschen ins Bewusstsein zunrufen, dass man sich doch gar nicht so zu streiten braucht?  Ist euch das auch schon mal aufgefallen?
Ich bin ganz ehrlich immer wieder schockiert darüber! Im Grunde könnten die Menschen sich so gut mit einander vertragen, wenn manche mal ihren stolz herunter schlucken würden, oder nicht so Aggressiv reagieren würden, wenn es meist doch nur um Lappalien geht. Traurig aber wahr! Und dann kommt dieser eine Moment in unserem Leben, wo wir diese schlechte Nachricht bekommen und mit einem Schlag wird uns klar, was uns wieder wichtig im Leben ist, ja scheinbar müssen uns Menschen oft erst schlimme Dinge zustoßen,  um uns wieder wachzurütteln.
Es ist ein schwieriges Thema und ein leidvolles….dennoch möchte ich all jenen die einen geliebten Menschen verloren haben oder wissen, dass sie ihn bald verlieren werden, etwas Mut mit diesem Bericht machen,  es ist schlimm ja, aber irgendwie werden wir lernen damit umzugehen. Wir müssen zwar irgendwie weiter leben,  denn wie sagte es einst Freddy Mercury: “ Show must go on…“ und so ist es auch,  das Leben geht weiter!  Es ist ein Kreislauf, den wir nicht aufhalten können.
Vielleicht gelingt es der Wissenschaft irgendwann mal in ganz ferner Zukunft dieses Phänomen zu knacken, aber ich denke eher nicht.
Ein Freund hat mir mal gesagt: “ In dem Moment wo wir geboren werden, fangen wir auch schon wieder an zu sterben. Das stimmt, nur verdrängen wir dies nur allzu gerne. Ein abschließender Satz: Ich glaube an ein Leben nach dem Tod und es ist gut so.

Dennoch wünsche ich allen Menschen ganz viel Kraft und Mut, es wird wohl nie ganz weggehen, dieses seltsame Gefühl,  was uns auf diesen Wegen begleitet, aber wir  können und werden  lernen damit umzugehen, auch wenn es oft sehr schwer ist.

Beenden möchte ich es wieder mit einem Zitat:

Der Tod lächelt uns alle an , das einzige was man machen kann, ist zurück lächeln ( Marc Aurel )

Eure Marifee

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